Über Hula Ink.

Alle Autoren leben mit einem Dilemma. Auch ich.

Einerseits will ich ein Publikum erreichen. Dafür muss ich etwas schreiben, das ein Verlag gewinnbringend oder zumindest kostendeckend (Druck, Vertrieb etc.) veröffentlichen kann.

Andererseits gibt es Texte, die ich gern schreibe, obwohl ich weiß, dass sich ihre Veröffentlichung für einen Verlag nicht lohnt. Kurzgeschichten zum Beispiel oder Essays, die zu lang sind für eine Zeitung und zu kurz für ein Buch. Oder aber ungewöhnliche Literatur, die einfach zu merkwürdig, zu speziell für ein breites Publikum ist.

Ich nenne solche Texte „unveröffentlichbare Literatur“.

Viele Autoren schreiben heimlich unveröffentlichbare Literatur. Diese Texte liegen dann in ihrer Schublade, und irgendwann nach ihrem Tod kramt der Enkel sie raus und sagt: „Ey, ich wusste gar nicht, dass Opa so was geschrieben hat.“ Damit hat es sich dann.

Ich werde nie im Leben Wichtigeres schreiben als die Texte, die ich für ein breites Publikum schreibe. Trotzdem gibt es Ideen, Anliegen, Aussagen, Charaktere und Argumente, die nicht einfach so verschwinden, wenn ich sie nicht veröffentlichen kann. Sind sie einmal in meinem Kopf, muss ich sie aufschreiben. Bislang sind solche Texte in der Schublade gelandet.

Doch mit den E-Books hat sich das geändert. Zum ersten Mal kann ein Autor jetzt jeden Text schreiben, zu dem er Lust und Laune hat, und ihn online verkaufen, ohne die kostenintensiven Strukturen der Print-Verlage und Buchhandlungen zu nutzen. Springt dabei kein Profit raus, macht das nichts. Selbst wenn nur drei Leute das Buch lesen, hat es sich gelohnt. Für eben diese drei Leser ist das Buch geschrieben.

Diese Innovation auf dem Buchmarkt hat mich dazu gebracht, Hula Ink zu gründen.

Auf Hula Ink werde ich unveröffentlichbare Literatur veröffentlichen — nicht nur von mir, sondern auch von einer Handvoll Freunden:

Ernie Poodle, der sein Leben lang nur unveröffentlichbare Texte geschrieben hat; Keiki Kailua, die Jugendromane und merkwürdige kleine Geschichten über hawaiianische Götter schreibt, aber nicht öffentlich als Autorin bekannt sein will; und möglicherweise die düsteren Krimi-Storys von Astrid Ule und mir.

Hula Ink ist ein sehr persönlicher Verlag: Ich werde nur veröffentlichen, was mir gefällt. Er ist ein Mikroverlag: Ich betreibe ihn in meiner Freizeit, es gibt keine Marketing- oder Presseabteilung, unsere Bücher werden niemals in den Feuilletons besprochen werden, und ich werde kein Geld damit verdienen. Dafür bringe ich Texte heraus, die ich toll finde.

- Eric T. Hansen

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