Wer ist Keiki Kailua?

Ich war mal in Keiki Kailua verliebt.

Ich war ein sehr schüchterner Teeny, und sie war es auch. Wir wuchsen beide als Mormonen auf Hawaii auf, und manchmal haben wir uns beim Gottesdienst Blicke zugeworfen. Sie war wunderschön — halb „haole“ (weiß), halb japanisch, die schönste Kombination für eine Frau, die es gibt.

Die Gemeinde veranstaltete in der Sporthalle regelmäßig Jugendtänze, damit wir Kids nicht in die sündigen Diskos abwanderten. Wir saßen uns entlang der Wände auf Klappstühlen gegenüber, und die Erwachsenen behielten uns im Auge.

Den halben Abend musste ich mir Mut zusprechen, bis ich endlich aufstand, zur anderen Seite der Halle lief und sie um einen Tanz bat. Ich war überrascht, dass sie „ja“ sagte. Es war ein so großer Erfolg, dass ich sie an diesem Abend noch zwei oder drei Mal zum Tanz aufforderte, und bei jeder Jugendtanzveranstaltung danach.

Aber das war auch schon alles. Ich hatte keine Ahnung, was ich sagen sollte, und sie wohl auch nicht. Während wir tanzten, wechselten wir kein Wort miteinander. Auch unter der Woche nicht, in der Schule oder in der Kirche.

Jahre später fand ich sie im Netz wieder. Wir mailten einander, scherzten darüber, wie schüchtern wir gewesen waren. Sie war in der Kirche geblieben und hatte einen Mann geheiratet, der gleichzeitig tanzen und sprechen konnte. Mit ihm hat sie die halbe Welt bereist. Sie hat drei Kinder — die jüngste Tochter lebt noch zu Hause — und arbeitet in einer Anwaltskanzlei in Las Vegas.

Und sie schreibt gern, obwohl sie aus Zeitgründen nur selten dazu kommt: Kurzgeschichten über hawaiianische Götter und Jugendromane („The Boy with Green Hair“, über sprechende Bäume, ist so gut wie fertig).

Sie ist immer noch schüchtern. Sie will nicht, dass man sie auf ihr Schreiben anspricht oder sie deswegen in eine Schublade steckt. Sie sagt: „Ich will nicht einer dieser Typen sein, die Geschichten schreiben, weil sie die nächste Joanne K. Rowling sein wollen. Ich bin Ehefrau und Mutter und ich bin stolz darauf. Bräuchte ich Bestätigung von Fremden, wäre ich nach Hollywood gegangen und hätte mich im Fernsehen zum Affen gemacht.“ Ich schlug ihr ein Pseudonym vor: „Keiki“ bedeutet „Kind“ auf Hawaiianisch, und Kailua ist die Kleinstadt, in der wir beide aufgewachsen sind.

- Eric T. Hansen

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